Das Erste Hessische Jugendwaldheim stellt sich vor...
Was ist das Jugendwaldheim?
Diese oft gestellte Frage wollen wir Ihnen gleich zu Anfang Ihres Online-Besuchs beantworten: Das Jugendwaldheim ist eine umweltpädagogische Einrichtung für Schülerinnen und Schüler aller Alters- und Bildungsstufen. Es sind ein- und mehrtägige Walderlebniskurse buchbar. Wald erleben - Natur verstehen ist unser praktiziertes Motto.
Die Idee, hier in Niedermittlau ein „Erstes Hessisches Jugendwaldheim“ zu errichten, hatte der damalige Revierförster Kurt Seibert.
Das erste europäische Naturschutzjahr 1970 nutzte Kurt Seibert als erster in Hessen überhaupt, um die mehr oder weniger stark naturentfremdete Jugend aus dem industriellen Ballungsraum des Rhein – Main – Gebietes, auf die Bedeutung des Waldes als wichtigsten Umweltfaktor aufmerksam zu machen und ein Erstes Hessisches Jugendwaldheim der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald – Kreisverband Gelnhausen zu gründen.
Der Gründer des Ersten Hessischen Jugendwaldheims, Kurt Seibert (2. v.l.) mit dem damaligen Hess. Ministerpräsidenten und späteren Bundesfinanz- minister Hans Eichel
Am 12. Januar 1974 wurde die Einrichtung, ein Informationszentrum für Umweltbildung und Umwelterziehung, im Schul- und Lehrwald – Forstort Mühlwald – durch den damaligen Landesvorsitzenden der SDW und Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages, Dr. Hermann Schmitt – Vockenhausen, unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit, insbesondere der Jugend, offiziell eröffnet und in Betrieb genommen.
Die Hauptfinanzierung der Gesamtanlagen erfolgte durch eine bundes- weite Spendenaktion des Gründers und Leiters des Jugendwaldheimes mit über 3.000 Spendenschreiben. Ohne diese finanziellen Hilfen aus dem gesamten Bundesgebiet wäre das Erste Hessische Jugendwaldheim Niedermittlau nicht entstanden. Besonderer Dank gilt der Gemeinde Hasselroth, die das Gelände für die gesamten Anlagen bereitgestellt hat.
Unter Forstamtmann Kurt Seibert wurde dann das Jugendwaldheim immer weiter ausgebaut. Die Ausstattung derzeit:
- 1 Hauptgebäude (Aufenthaltsraum/Speisesaal mit extra Küche)
- 1 Informationszentrum (ausgestattet mit Dioramen – einheimische Tiere in ihren Lebensräumen)
- 3 Holzblockhäuser mit 30 Betten
- 2 Lehrerzimmer mit sanitären Anlagen
- 1 sanitäre Anlage (WC-Anlage u. Waschraum mit Dusche getrennt J/M/barrierefrei gestaltet)
- 1 Holzpelletheizungsanlage als Schauanlage
- 1 Wasserwerkstatt
Dazu gehört ein 25 Hektar großer Schul- und Lehrwald, ein Feuchtbiotop, sowie ein Lernfeld mit 21 stationären Informationsständen, die alle mit einem wichtigen Thema ausgestattet sind; z.B. Wald und Wasser, Totholz, Waldfunktionen, Die Wurzeln der Waldbäume – um einige zu nennen.
Natur hautnah erleben steht im Vordergrund eines Jugendwaldheimaufenthalts - hier am Lebensraum Bach.
Das Erste Hessische Jugendwaldheim gilt über die Landesgrenzen hinaus als beispielhaft. Zahlreiche Besuche hochrangiger Politiker (u.a. Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Carl Carstens, Bundesinnenminster Manfred Kanther, Ministerpräsient Hans Eichel), Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und ausländischer Delegationen unterstreichen seinen Stellenwert. Auch die vielen Auszeichnungen und Umweltpreise (u.a. europäischer Umweltpreis), die das Jugendwaldheim erhielt, machen dies deutlich.
2008 besucht Bundesumweltminister Sigmar Gabriel das Jugendwaldheim
In der Zeit vom 12. Januar 1974 bis heute, haben mehr als 100.000 Schülerinnen und Schüler die Einrichtung besucht. Jährlich nehmen ca. 1.500 Schülerinnen und Schüler aller Alters- und Bildungsstufen, in Begleitung ihrer Lehrkräfte, an den ein- und mehrtägigen Waldkursen im Ersten Hessischen Jugendwaldheim teil. Zusätzlich gibt es noch zahlreiche Sonderveranstaltungen.
Es stehen praktische und aktive Tätigkeiten im Wald und in der Natur im Vordergrund. Der direkte Umgang mit Tieren, Pflanzen, Boden, Steinen und Wasser steht bei Waldführungen – Walderkundungen, Waldspielen und kleinen Waldarbeiten obenan.
Neben diesen festen Themen sind wir in der Lage, weitere - mit dem Lehrpersonal abgestimmte - Unterrichtseinheiten durchzuführen. Mit jeder Klasse /Gruppe werden alle Einzelheiten des individuellen Programmes besprochen und abgeklärt. Näheres hierzu siehe unter Programm!
Biologie vor Ort anstatt in räumlich beengten Klassenzimmern.
Im Naturinformationszentrum des Jugendwaldheims gibt es auch an Regentagen viel zu entdecken.
Im Vorgriff auf die Forststrukturreform ab 01. Okt. 1996 haben sich dann auch für das Jugendwaldheim organisatorische Veränderungen ergeben.
Es wird seit dem 01.03.1996 nunmehr vom Hess. Forstamt Hanau- Wolfgang betreut. Hans-Holger Rittershauß leitete die Einrichtung von dort an bis zum 01.08.2008. An diesem Tag übernahm Fritz Dänner vorübergehend die Aufgabe des Jugendwaldheimleiters. Ralf Gessner ist seit 01.02.2010 der neue Jugendwaldheimleiter.
Frau Ulrike Nees, ausgebildete landwirtschaftlich – technische – Assistentin, seit 28 Jahren im Jugendwaldheim beschäftigt, ist stellvertretende Leiterin.
Frau Regina Wolf, seit 14 Jahren mit den verschiedensten Aufgaben befasst, betreibt seit 1996 mit die Küche und kümmert sich um das leibliche Wohl der Schüler, Lehrer und sonstigen Gäste des Hauses.
Am 12. Jan. 1999 stand die Feier zum 25jährigen Bestehen der Einrichtung an und vor allem die Würdigung des Mannes, der das Jugendwaldheim aus der Taufe gehoben hatte: der 1997 verstorbene Forstamtsrat a.D. Kurt Seibert.
Anlässlich dieses Bestehens wurde ein Kurt Seibert – Gedenkstein enthüllt und das Jugendwaldheim in Erstes Hessisches Jugendwaldheim - Kurt Seibert der SDW Bezirksverband Gelnhausen – Hasselroth e.V. – umbenannt.
Träger des Ersten Hessischen Jugendwaldheims - Kurt Seibert ist die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bezirksverband Gelnhausen, Hasselroth, Rodenbach und Hanau e.V. .
Wald erleben - Natur verstehen ist seit über 35 Jahren das praktizierte Motto des Ersten Hessischen Jugendwaldheims. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!