Die Wasserwerkstatt ist ein Projekt des Fördervereins Erstes Hessisches Jugendwaldheim – Kurt Seibert e.V. in Zusammenarbeit mit der Leitung des Ersten Hessischen Jugendwaldheims.
Finanziell wurde das Projekt durch die Fraport AG und die Daimler AG möglich gemacht.
Die Sicherung der Verfügbarkeit von sauberem Trinkwasser ist nicht nur eine umweltpolitische Aufgabe unserer Zeit, sondern vielmehr eine gesellschaftliche Verantwortung, die jeden Einzelnen von uns trifft.
Die Bedeutung des Wassers, für das Leben, ist uns heute allerdings etwas verloren gegangen: wir drehen den Wasserhahn auf und in unbegrenzter Menge ist es sofort verfügbar. Jahr für Jahr gelangen Unmengen an Müll, Abwasser und Erdöl in das Meer. Und das seit etlichen Jahrzehnten. Wenn wir uns das vorstellen, dann wissen wir, das für uns lebenswichtige Süßwasser ist in höchster Gefahr. Trotzdem schickt jeder von uns täglich ca. 140 l davon in den Abguss.
Um mit dem kostbaren Gut Wasser wieder sorgfältig umgehen zu können, wollen wir den Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Projekts "Wasserwerkstatt" die nachfolgend erläuterten Handlungskompetenzen vermitteln.
Basis der Wasserwerkstatt bildet die Bachuntersuchung, in dem im Schul- und Lehrwald gelegenen Freilandlabor "Birkigsbach". Diese wird im Rahmen eines ein- oder mehrtägigen Jugendwaldheimaufenthalts mit den Schülern durchgeführt. Hierzu werden die Schüler in Gruppen aufgeteilt und sollen das Gewässer zunächst unter fachkundiger Anleitung auf Bachlebewesen und vorhandene Bioindikatoren untersuchen. Anschließend werden diese mit Hilfe von Mikroskopen, Becherlupen und Bestimmungsbüchern durch die Schüler in verschiedene Kategorien eingeteilt. Die Schüler ermitteln aufgrund der festgestellten Bachlebewesen die Güteklasse des Gewässers.
Um die Bachuntersuchung in geeigneter Weise durchführen zu können, richtet der Förderverein des Ersten Hessischen Jugendwaldheims mit der finanziellen Unterstützung durch Fraport und DaimlerChrysler eine Wasserwerkstatt ein. Diese umfasst alle nötigen Unterrichtsmaterialien, wie z.B. Mikroskope, Kescher, Siebe, Fangbehälter, Lupen, Gerätewagen, einen Unterstand zur wetterunabhängigen Durchführung u.s.w..
Das Projekt "Wasserwerkstatt" soll den Schülerinnen und Schülern in erster Linie die Notwendigkeit eines sorgsamen Wasserverbrauchs vor Augen führen und ihnen gleichzeitig auch einfache Möglichkeiten zur Umsetzung aufzeigen. Am "lebenden" Bach sollen die Schüler die komplexen und empfindlichen Zusammenhänge dieses Ökosystems erfahren und begreifen. Sie sollen lernen, wie sich Eingriffe des Menschen unmittelbar und langfristig auf die dort vorhandenen Lebensgemeinschaften auswirken und als Folge auch auf unser Leben Einfluss nehmen. Den teilnehmenden Gruppen soll deutlich vor Augen geführt werden, dass sauberes Trinkwasser keine Selbstverständlichkeit ist und hierzu zahlreiche Schutzmaßnahmen nötig sind. Die Schüler sollen die globalen und lokalen Auswirkungen von Wasserknappheit erkennen und verstehen. Die Vermittlung einer Handlungskompetenz hat hierbei oberste Priorität. Das Bewusstsein der Teilnehmer soll für heutige und künftig existierende Umweltprobleme gefestigt und sensibilisiert werden. Mit dem Projekt soll auch einer wachsenden Naturentfremdung entgegengewirkt werden.
Durch die Bachuntersuchung sollen die Schüler die sensiblen Zusammenhänge im Lebenskreislauf Wasser praktisch verstehen lernen. Die erarbeiteten Ergebnisse werden in Zusammenarbeit mit den Lehr-kräften, Impulsreferaten, Präsentationen, Referenten von außerhalb und evtl. einem Besuch im nahe gelegenen Klärwerk in Zusammenhang mit der Notwendigkeit zu nachhaltigem Handeln gebracht. Ein direkt am Schul- und Lehrwald gelegener "Feldfrucht-Lehrgarten" gehört ebenso zum Projekt. Hier werden den Schülern die Auswirkungen von Wasser-knappheit anschaulich vor Augen geführt.
Alle Teilnehmer sollen so begreifen, dass der nachhaltige Umgang mit dem "Lebensmittel"- Wasser nicht nur direkt einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Umweltschutz darstellt, sondern sich auch indirekt auf die gesamte Lebensmittelversorgung unserer Gesellschaft auswirkt.
In Gruppenarbeiten müssen die Schüler beispielsweise selbst ermitteln, wo und wozu im täglichen Leben Wasser benötigt wird. Anschließend erhalten sie den Auftrag einen Plan zum Wassersparen aufzustellen. Hier wird den Schülern deutlich, wie selbstverständlich in unserer Gesellschaft die permanente Trinkwasserversorgung ist und welche Möglichkeiten zu einem nachhaltigen Umgang mit Wasser bestehen. Im Mittelpunkt aller Gruppenarbeiten steht die eigene Erkenntnis- gewinnung der Teilnehmer, die eine dauerhafte Sensibilisierung für den Umgang mit Wasser gewährleisten soll.
Welche Handlungskompetenzen den Schülern durch die Wasserwerkstatt vermittelt werden...
Das Projekt Wasserwerkstatt hat die 3 Teilbereiche der Nachhaltigkeit - Ökonomie, Ökologie und Soziale - zum Gegenstand.
So vermittelt das Projekt im Bereich der Ökonomie Möglichkeiten der Senkung des Wasserverbrauchs, lernt einen bewussten Umgang mit Wasser und erläutert Nutz- und Trinkwasserkreisläufe in Abhängigkeit von natürlichen Wasservorkommen.
Im Bereich der Ökologie steht der Schutz natürlicher Gewässer, die Auswirkungen der Landwirtschaft auf das Grundwasser, Möglichkeiten der Abwasserreduzierung, die Wasseraufbereitung - Vorgänge in einem Klärwerk verstehen lernen, sowie Lebenskreisläufe heimischer Gewässer oben an.
Die Vermittlung der Zusammenhänge und Auswirkungen des Wassers auf das gesellschaftliche Zusammenleben, die Bedeutung des Wassers in unserer Gesellschaft und in der 3. Welt sowie die Herstellung und Sicherung der Wasserverfügbarkeit für alle Menschen deckt die soziale Komponente des Projekts ab.
Das Projekt "Wasserwerkstatt" ist Teil des umfassenden Umweltbildungsangebots, das im Rahmen von ein- oder mehrtägigen Aufenthalten, im 1. Hessischen Jugendwaldheim in Niedermittlau geboten wird.
Was ist Wasser noch außer nass? Das im Schul- und Lehrwald gelegene Freilandlabor "Birkigsbach" soll Schulklassen einen Teil dieser Frage beantworten. Wasser ist ein allgemeines Gut und Wasser hat eine bestimmte Güte. Spielerisch wird hier die Güteklasse des Wassers anhand der in ihm vorhandenen Kleinstlebewesen bestimmt. Das Wissen um die Qualität des Wassers bildet die Grundlage für die Arbeit in der "Wasserwerkstatt".
Wie sieht es im Wasser mit schlechter Qualität aus? Wo liegen die Ursachen für die Verschmutzung? Was kann man tun, um den so kostbaren Rohstoff Wasser zu schützen?
Wir wollen den jungen Menschen, die bei uns zu Gast sind, Wege aufzeigen, die Sie "praktisch" zu den Antworten dieser Fragen leiten. Sich umweltbewusst zu Verhalten heißt, die Wasserreserven der Erde zu schonen. Die Kenntnisse über die Wasserkreisläufe in der Natur, in unserer Gesellschaft und deren Schnittstellen geben den Kursteilnehmern weitere Grundlagen in die Hand, um eigenständig Konzepte zum wasserschonendem Verhalten im Alltag entwickeln zu können. Speziell abgestimmte Unterrichtseinheiten und dazugehöriges Material, Referenten der Wasserversorger, Exkursionen in nahe gelegene Klärwerke und Wasseraufbereitungs-betriebe sollen weitere Punkte geben, an die man im Alltag anknüpfen kann.
Uns ist besonders wichtig, neben den ökologischen Aspekten auch die gesellschaftliche Komponente im Themenbereich Wasser abzudecken. Nur da, wo ein Brunnen ist oder ein Fluss fließt, können sich menschliche Gemeinschaften bilden. So ist Wasser Dreh- und Angelpunkt in der menschlichen Existenz. Die Qualität des Wassers in einer Gesellschaft ist entscheidend für den Lebensstandard in ihr.
Zusammenhänge sichtbar und begreifbar machen und dadurch ein bleibendes Umweltbewusstsein zu schaffen und zu fördern, dass sind die Aufgaben des Ersten Hessischen Jugendwaldheims und im speziellen unseres Projekts "Wasserwerkstatt".